Freies Denken unter Strafe – Pressefreiheit in der Türkei
Veranstaltungsreihe in 10 deutschen Städten mit JournalistInnen zur aktuellen Situation in der Türkei
Veranstaltung mit dem Journalisten Necati Abay aus Istanbul (Sprecher der Solidaritätsplattform für inhaftierte JournalistInnen – Tutuklu Gazetecilerle Dayanışma Platformu/TGDP) .
Am 18. März jährt sich auch in diesem Jahr der internationale Kampftag für die Freilassung aller politischen Gefangenen. Dieser knüpft an die Tradition der ArbeiterInnenbewegung an (mehr zur Geschichte).
Die Ortsgruppen der Roten Hilfe und andere Antirepressionszusammenhänge organisieren bundesweit Veranstaltungen über die Situation von politischen Gefangenen und Repression gegen linke Bewegungen in der BRD und international. Auf der Sonderseite zum 18. März können die einzelnen Veranstaltungen eingesehen und Hintergründe abgerufen werden.
Plakate, Aufkleber, Flyer und die Sonderbeilage zum 18. März bekommt ihr in Hannover beim Infoladen Korn (Kornstr. 28-32, Hannover). Immer Montags und Mittwochs zwischen 18 und 20 Uhr. Eine weitere Möglichkeit politische Gefangene zu unterstützen ist, ihnen Briefe zu schreiben. Einige Tipps zu diesem Thema gibt der Text „Wie schreibe ich Gefangenen?“.
In Hannover veranstalten wir zusammen mit dem kargah, der Antifaschistischen Aktion Hannover [AAH] und ATIF Hannover am Freitag, den 16.März ein Konzert mit Blandine Bonjour & Bernd Köhler unter dem Motto „Chansons sans cigares – chansons internationales“.
Blandine Bonjour, Wahl-Mannheimerin mit Lehrauftrag am Romanischen Seminar der Universität Mannheim, singt Chansons seit Kinderjahren. Man erzählt sich, dass ihr die Vorliebe für die Lieder des anderen Frankreichs schon mal einen Schulverweis einbrachte, was die junge Blandine jedoch nicht von ihrer Obsession abhalten konnte. Mit Bernd Köhler, dessen vielbeachtete letzte Solo-CD bereits mit zahlreichen Chansonanklängen aufwartet, haben sich zwei Gleichgesinnte gefunden, deren Anliegen es ist, ihre Freude am französischen Chanson mit dem Publikum zu teilen. Das Programm bietet ein buntes Bouquet, von den Spott-, Tanz- und Trinkliedern des Neunzehnten Jahrhunderts über die politischen Lieder um die Pariser Commune, zu den unverwechselbar französischen Alltags-Miniaturen eines Georges Brassens oder Serge Gainsbourg und endet bei den Hits der Neuzeit wie „Poupée de cire” (France Gall) oder Michel Polnareffs „Non, non, non”. Sogar ein vertonter Text von Jean-Paul Sartre, dem großen französischen Querdenker, findet sich im Repertoire. Ein Programm zum Zuhören, bei dem Mitsingen ausdrücklich erwünscht ist. Französischkenntnisse sind nützlich aber nicht nötig, denn die Lieder werden in ihrem historischen Zusammenhang erklärt.
Am 19. Februar, 12. April und 02. Mai 2011 kam es in Brandenburg, Sachsen und speziell in Dresden zu Hausdurchsuchungen gegen Linke aus verschiedenen politischen Zusammenhängen. Polizei und Staatsanwaltschaft werfen ihnen unter anderem „schweren Landfriedensbruch“ (§125a), „Aufruf zu Straftaten“ (§111), „Sachbeschädigung“ (§303), „Körperverletzung“ (§223) und „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ (§129 StGB) vor. Mit den Hausdurchsuchungen in Stuttgart Ende September 2011 sind weitere Personen von den Ermittlungen der Dresdener Staatsanwaltschaft betroffen. Insgesamt wird aktuell gegen 44 AntifaschistInnen ermittelt. (mehr…)
Die Redaktion von „Wieviel sind hinter Gittern …“ von Radio Flora führte im Laufe des Jahres zwei Interviews mit der Kampagne 129ev. Im Vorfeld der gemeinsamen Veranstaltung am kommenden Freitag im Pavillon wollen wir Euch die Mitschnitte dieser Interviews nicht vorenthalten:
In der letzten Zeit ist es vermehrt zu Versuchen der Behörden gekommen, politisch Aktive und Leute aus deren Umfeld anzuquatschen und zur Zusammenarbeit zu nötigen (siehe Beispiel). (mehr…)
(Daniel Burkholz und Heike Geisweid, D 2007, 46 min., O.m.U.)
„Wenn ich sterbe, dann gibt es keinen lebenden Interbrigadisten mehr in Luxemburg”, stellt der 89jährige Albert Santer nüchtern fest. Der Luxemburger gehört zu den 40.000 Ausländern, die nach dem Militärputsch 1936 der spanischen Republik halfen, den internationalen Faschismus zu bekämpfen. So entstanden die Internationalen Brigaden, deren Überlebende der Film „Brigadistas“ vorstellt.
Von diesen letzten noch lebenden internationalen Freiwilligen kehren 70 Jahre nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs 36 Frauen und Männer zurück. Die Brigadistas begeben sich auf eine Reise, die sie von Madrid über Zaragossa nach Barcelona quer durch Spanien führt. Der rote Faden des Films sind die Auftritte der ehemaligen Kämpfer_innen bei Gedenkveranstaltungen im Jahr 2006. Die Brigadistas erzählen selbst von der Vergangenheit. Ihre Interviews führen die Filmemacher_innen nicht im gut ausgeleuchteten Raum, sondern auf der Straße, im Café, im Bus oder am Rande einer Veranstaltung. Die meisten der noch lebenden Brigadistas sind über 90 Jahre alt. Seit Abschluss der Dreharbeiten sind bereits viele der Porträtierten gestorben. Der Film bietet die Möglichkeit, ihre Geschichte und Gedanken zu teilen.
Am 15. September 2011 ab 20.30 Uhr im Kino im Sprengel. Der Regisseur Daniel Burkholz ist für ein Filmgespräch zu Gast.
Flyer zur Veranstaltung am Montag, den 20. Juni 2011 im UJZ Korn
Werner Braeuner befindet sich z.Zt. in der JVA Sehnde bei Hannover. Seit dem 8.5. befindet sich Werner im unbefristeten Hungerstreik. Der Grund dafür ist: Werner und einige Mitgefangene auf seiner Haftstation befürchten (und haben auch Hinweise darauf), dass das Knastessen mit Exkrementen verunreinigt ist. Dazu führt Werner in seiner Erklärung zum Hungerstreik aus:
„Durch ekelerregende Eintragungen ungenießbar gemachtes Essen ist ein in allen Knästen auftretendes und bekanntes Problem… Knäste sind Heimstätten der Niedertracht; es gibt dort eine im Vergleich zu draußen weit überdurschnittliche Zahl von persönlichkeitsgestörten bis hin zu verrückten Menschen, die aus geringfügigen Anlässen bisweilen extreme Verhaltensweisen an den Tag legen – z.B. aus allgemeiner Gekränktheit, diffusem Frust, Mißgestimmtheit und auch manchmal ohne irgendwie nachvollziehbare Anlässe. Anlaß für ein motivlos scheinendes wahlloses Schädigen anderer Personen kann schon die seelische Entlastung sein, die eine gestörte Person sich durch eine niederträchtige Handlung zu verschaffen vermag. So kommt es in den Knastküchen nicht selten zur Entdeckung von ekelerrregenden Einträgen im Essen. Die in der Küche tätigen Gefangenen werden dann energisch zum Schweigen verplichtet und für den Fall der Zuwiderhandlung mit Rauswurf, Arbeitsverbot, Disziplinarstrafen, Verlegung in andere Knäste usw. bedroht. Dennoch dringen als zuverlässig zu bewertende Informationen über jene Vorgänge selbstverständlich nach außen. Von den Gefangenen werden sie meist verdrängt, da man dem völlig hilflos gegenübersteht. Man „schluckt’s runter“ – buchstäblich – oder es werden bestimmte Speisen gemieden, meist der montägliche Eintopf und die Nachspeisen – die Bewältigungsversuche variieren je nach Person. Der Ekel hängt ständig in der Luft ohne je greifbar zu werden; Äußerungen wie ‚der Erdbeerquark hat heute ja richtig Farbe‘ können da sehr spezielle Bedeutungen gewinnen.“