Veranstaltungshinweis: Vom Maidan in den Bürgerkrieg: Die Ukraine am Abgrund

Nach wie vor werden linke AktivistInnen, KommunistInnen, Kriegsdiensverweigerer, AntifaschistInnen, JournalistInnen in der Ukraine verfolgt. Willkürliche Verhaftungen, Entführungen, Folter und Mord gehören längst zum Lebensalltag.
Nach wie vor sammelt die Rote Hilfe e.V. Spenden, um Einzelne von der Repression Betroffene zu unterstützen, wobei die Rote Hilfe e.V. alle verfolgten Linken in der Ukraine unterstützt , unabhängig davon, ob sie sich in Parteien, Syndikaten, Gewerkschaften, Räten oder autonom organisieren.

Nach wie vor kommen Informationen allenfalls verzerrt in den offiziellen Medien vor. Aus diesem Grund unterstützt die Rote Hilfe e.V. Ortsgruppe Hannover die Veranstaltung:

Vom Maidan in den Bürgerkrieg: Die Ukraine am Abgrund
Vortrag und Diskussion mit Susann Witt-Stahl
Mittwoch, 29. April 2015, 19.00 Uhr
Freizeitheim Vahrenwald

An der Außengrenze der Europäischen Union (EU) hat sich unter Mitwirkung der deutschen Regierung ein Konflikt innerhalb der ukrainischen Bourgeoisie zu einer weltpolitischen Konfrontation zwischen der EU und den USA einerseits und Russland andererseits ausgeweitet.
Über alle politischen Differenzen hinweg sprechen die deutschen Medien von der „Rückkehr des Kalten Kriegs“.

Es herrscht ein brüchiger Waffenstillstand nach dem Krieg zwischen der Regierung und den Aufständischen im Donbass. Hunderttausende Menschen sind seit dem aus der Ostukraine geflohen.
Wie konnte dieses Land so schnell in den Abgrund stürzen? Die Journalistin Susann Witt-Stahl hat seit den Tagen des „Maidan“ mehrmals die Ukraine besucht, um sich selbst ein Bild von der dramatischen Lage zu machen; zuletzt Anfang September. Sie war sowohl auf dem Maidan in Kiew als auch im Donbass. In ihrem Vortrag wird die Journalistin von ihren Gesprächen mit den Menschen berichten und die sich gegenüber stehenden politischen Kräfte analysieren: Wer oder was sind die sogenannten Oligarchen? Welche Rolle spielen die Faschisten? Welche antifaschistischen Kräfte gibt es und wie ist ihre Lage? Welche Interessen verfolgen EU und USA? Was wollen die politischen Kräfte in den nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk und welchen Einfluss hat Rußland auf sie?«

Unter Bezug auf die neuen Volksrepubliken im Donbass schreibt Susann Witt-Stahl in der online Zeitung Hintergrund am 13. 10. 2014:

„Zu den treibenden Kräften der Volksrepubliken im Donbass gehören auch russische Nationalisten, Nostalgiker der zaristischen Monarchie, glühende Verfechter der Russisch-Orthodoxen Kirche und deren reaktionärer Doktrinen. …Und die an Russland orientierten oder dort ansässigen Oligarchen – Träger eines Kapitals, das sich vor allem durch Förderung und Handel mit Rohstoffen nährt –, deren Tentakel in die Eingeweide der Volkrepubliken reichen, wüten samt ihrer reaktionären Ideogeme mit kaum weniger krimineller Energie als die westlich orientierten oder in Richtung EU und USA gewendeten. …Aber nicht zuletzt, um dagegen Widerstand zu leisten, wollen viele Menschen im Donbass, vor allem Arbeiter, darunter viele Bergleute, mehr Aufstand gegen Kiew wagen als die bürgerlichen prorussischen Kräfte und sind entschlossen, die Volksrepubliken zu einem unabhängigen (sozialistischen) Staat zu formen.“

„In der Ukraine hat sich keine »demokratische, proeuropäische Revolution« vollzogen, sondern eine Tragödie. Der Sturz der – unzweifelhaft korrupten – Janukowitsch-Regierung hat zur Einsetzung einer ebenso unzweifelhaft korrupten Nachfolgeregierung geführt. Außenpolitisch ist das eindeutig ein Punktsieg der EU und der NATO gegen Rußland. Innenpolitischer Hauptsieger des Konfliktes sind indes faschistische Kräfte. Die Parteinahme des Westens gegen Janukowitsch und für die »vereinigte Opposition« hat dazu geführt, daß zum ersten Mal in der Geschichte der Ukraine Faschisten faktische (Mit-)Regierungsgewalt innehaben.“

Ulla Jelpke

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Eine Veranstaltung von: VVN – BdA, DKP, SDAJ, Rote Hilfe e.V.