Was ist los im Baskenland?

Einladung zum Gespräch mit einem Gast aus dem Baskenland.

In Zusammenarbeit mit der Redaktion International von radio flora.

Am 26. April 2013 ab 19 Uhr im UJZ Korn.

Schlaglichter:

  • Die baskische Bevölkerung macht Druck. Mehr als 115.000 Menschen bringen am 12. Januar 2013 die baskische Stadt Bilbo (Bilbao) zum Erliegen. Sie fordern unter der Losung „Menschenrechte. Lösung. Frieden.“ von der spanischen Regierung Bewegung in Sachen Konfliktlösung. Insbesondere erwarten sie ein Ende der gravierenden Menschen- und Bürgerrechtsverletzungen, unter denen besonders die über 600 baskischen politischen Gefangenen und ihre Familien leiden müssen.
  • 03.03.2013 ernai (wachsam, aufmerksam) heisst die neue baskische linke Jugendorganisation, die sich am gestrigen Samstag in Lizarra gründete. ernai versteht sich als sozialistische, feministische und revolutionäre Organisation innerhalb der baskischen linken Unabhängigkeitsbewegung. Der Gründung vorausgegangen waren Diskussionsrunden in hunderten Dörfern und Städten, an denen sich eine Vielzahl an jugendlichen politischen Aktivistinnen und Aktivisten beteiligten.
  • “Keinen Schritt zurück, wir werden alle Zwangsräumungen stoppen”, Wie auch im baskischen Donostia (span: San Sebastian) demonstrieren zahllose Menschen in ganz Spanien gegen Zwangsräumungen und für das Recht auf eine würdige Wohnung.
  • Januar 2013, Bilbao: Mehr als 115.000 Teilnehmer zählte die Demonstration für die baskischen politischen Gefangenen, zu der Herrira unter dem Motto “Menschenrechte. Lösung. Frieden” aufgerufen hatte.
  • Sortu (Aufbauen) heißt die neue Partei der baskischen Linken, die damit zehn Jahre nach der Illegalisierung von Batasuna wieder über eine legale Partei verfügt. über Monate hinweg hatten Tausende Mitglieder in Vorbereitung der Gründung ihrer Partei nicht nur Programmdiskussionen geführt, sondern auch alle leitenden Funktionen basisdemokratisch gewählt.
  • Die konservative spanische Regierung ist über die Legalisierung von Sortu entsetzt. Justizminister Gallardón hat die „Diskrepanz“ der Regierung zum Sortu-Urteil verkündet. Der Innenminister schloss ein neues Verbotsverfahren nicht aus.
  • Die baskische Menschenrechtsorganisation Behatokia berichtet für den Zeitraum von September 2010 – April 2011 im Baskenland 69 Personen, die nach ihrer Festnahme “incommunicado”, also ohne jeglichen Kontakt zur Aussenwelt über Tage in den Händen der Polizei waren. 57 dieser Incommunicado-Häftlinge berichtete anschliessend über Misshandlungen oder Folter, wie zum Beispiel das wiederholte Erzeugen von Erstickungsanfällen durch Plastiktüten, konstante Schläge, Schlaflosigkeit und Erzeugen von Erschöpfungszuständen, Bedrohungen der Familie oder der Partner, Verbinden der Augen, das Hören von Schreien anderer Gefangener, Nacktheit, sexuelle Übergriffe bis hin zu Vergewaltigungen.
  • 11.11.2012 Trotz des schlechten Wetters folgten etwa 15.000 Menschen dem Aufruf von Herria zur Demonstration in Bayonne.Der Marsch, der eine in dieser Höhe nie gekannte Unterstützung erhielt, füllte die komplette Wegstrecke. Die Organisatoren appellierten an die Teilnehmer weiterhin Druck auf Paris und Madrid auszuüben, damit diese ihre Haltung ändern.
  • 03.11.2012 Es ist ein Vorgang, wie er sich bisher niemals im französischen Baskenland ereignet hat. Nachdem eine Menschenmenge am Dienstag verhinderte, dass die Baskin Aurore Martin in der Altstadt von Bayonne verhaftet werden konnte, wächst auch der Widerstand im bürgerlichen Lager weiter gegen die Pläne der französischen Regierung, die Sprecherin der Separatistenpartei Batasuna (Einheit) nach Spanien zu deportieren, wo sie angeklagt werden soll.
  • In zwei von drei baskischen Provinzen wurde Bildu zweitstärkste Kraft hinter der PNV. Im industrialisierten Gipuzkoa mit seinen großen Kooperativen um das Seebad Donostiaherum wurde Bildu stärkste Kraft. Die Provinz und die Stadt regiert Bildu schon seit Mai 2011.
  • Im Oktober 2011 hatte die ETA nach 50 Jahren das Ende ihres bewaffneten Kampfes erklärt. „Wir haben jahrelang auf dem Schlachtfeld gekämpft. Zu lang, zu leidvoll. Geben wir jetzt dem Dialog eine Chance. Bringen wir den Konflikt an den Verhandlungstisch“ (Garikoitz Aspiazu Rubina, „Txeroki“)