[10 Jahre Rote Hilfe Hannover] Die biometrische Totalerfassung

Vortrag von Erika Feyerabend

Seit dem 11. September 2001 sind weltweit biometrische Vermessungen von AsylbewerberInnen und ganzen Bevölkerungen durchsetzbar. Hierzulande gibt es Reisepässe und bald auch den Personalausweis mit computerlesbaren Fotos und zum Teil Fingerabdrücken. Jenseits der Inneren Sicherheitszone werden ArbeitnehmerInnen oder Arme in Sozialbürokratien weltweit überwacht. Selbst im Freizeit-Zoo kann um den Fingerabdruck gebeten werden. Die biometrische Vermessung ist eine politische Technologie des Sehens, Benennens und Erkennens, mit einer wechselvollen Geschichte. Im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert wurden Kolonisierten, ImigrantInnen, WanderarbeiterInnen, Prostituierten identifiziert und kontrolliert, statistisch abweichende Verhalten ermittelt und biologisch gedeutet. Welche „AbweichlerInnen“ sind heute im Fokus?

Erika Feyerabend arbeitet als Journalistin, ist Sozialwissenschaftlerin, beschäftigt sich seit zwanzig Jahren mit biopolitischen Themen/Herrschaftsverhältnissen, u.a. im BioSkop-Forum zur Beboachtung der Biowissenschaften.

In Kooperation mit: Pavillon Hannover, attac Hannover und Infoladen Korn.