[10 Jahre Rote Hilfe Hannover] Staatliche Verfolgung aufgrund von Geschlecht und Sexualität

Homosexualität (k)ein Asylgrund in Deutschland
Film und Diskussion mit Shadi Amin, Iranerin, z.Zt. Frankfurt

Homosexuelle werden in vielen Ländern politisch verfolgt oder aufgrund gesellschaftlicher und religiöser Vorurteile diskriminiert. Im Iran wird die Existenz von Homosexualität und vor allem Lesbischer Existenz völlig bestritten. Lesben und Schwule müssen sich einer Operation zur Geschlechtsumwandlung unterziehen, bei der es sich keinesfalls um eine medizinische Hilfe für Transsexuelle handelt, sondern um eine Zwangsmaßnahme zur „Lösung des Problems Homosexualität“.

In Deutschland wird Homosexualität nur unter engen Voraussetzungen als asylrechtlich relevant eingestuft. So müssen Asylsuchende in der Regel eine „irreversible Veranlagung“ nachweisen. Außerdem müssen sie glaubhaft machen, dass die Verfolgung von staatlichen Stellen ausgeht oder Polizei und Behörden im Einzelfall davon Kenntnis haben. Dies stellt für Flüchtlinge oft eine unüberwindbare Hürde im Asylverfahren dar.

Shadi Amin musste im Iran als Sympathisantin einer linken Organisation nach mehreren Festnahmen durch die Pasdaran in die Illegalität gehen. Nach einem Hinweis an ihre Familie, dass die Pasdaran einen Schießbefehl gegen sie hatten, was ein regelrecht ausgesprochenes Todesurteil war, konnte sie aus dem Iran fliehen. Im Exil begann sie sich intensiv mit der Situation der Frauen in der iranischen Gesellschaft zu befassen. z. Zt. leitet sie ein Online-Magazin namens shabakeh.org (Netzwerk), das – in Deutsch, English und Farsi – Infos und Artikel über und von Frauen veröffentlicht. Sie arbeitet zu verschiedenen Themen wie Frauenrechte im Islam, Homosexualität und die Zwangheterosexualität, Organisierung der Frauenbewegung usw.

Der Film, der die Veranstaltung begleitet, heißt „Geburtstag“ und behandelt Transsexualität und Operationen zur Geschlechtsumwandlung im Iran.

In Kooperation mit: Schwule Sau und Hamayesh.